Hilfsorganisation Homöopathen ohne Grenzen e. V. auf Wikipedia unerwünscht…


Ich bin frustriert:

HoG_LogoDie letzten zwei Stunden verbrachte ich damit, einen Artikel zur Hilfsorganisation Homöopathen ohne Grenzen e. V. auf Wikipedia anzulegen – kaum hatte ich ihne veröffentlicht, wurde er auch schon Opfer eines Schnelllöschantrages! Obendrein ist der Begriff jetzt sogar für weitere Einträge gesperrt worden, weil wohl bereits im Februar jemand versucht hatte, einen Artikel darüber einzustellen, der dann der Löschdiskussion wegen angeblich fehlender Relevanz zum Opfer fiel – und nun jede/r, der/die es dann nochmals versucht, als „Wiedergänger“ gilt, was zur Sperrung führt.

Tja.

Ich hab jetzt einen Antrag auf Löschprüfung gestellt. Darin oute ich mich auch als „Vollidiotin“, weil ich den Artikel direkt online geschrieben und eben nicht brav auf meinem Laptop abgespeichert habe…. Sowas passiert einer bekanntlich genau einmal im Leben…

Warum halte ich Homöopathen ohne Grenzen für relevant genug, um in Wikipedia zu erscheinen?

Homöopathen ohne Grenzen e. V. ist eine international agierende Hilfsorganisation mit Sektionen in 18 Ländern, die seit 1997 bereits in vielen Krisen- und Kriegsregionen dieser Welt humanitäre Hilfe durch die Behandlung mit Klassischer Homöopathie geleistet hat. Tausende von Menschen in Bosnien, Sri Lanka, Togo usw. sind auf diese Weise in akuten Notsituationen bereits mit Klassischer Homöopathie behandelt worden – von ehrenamtlich arbeitenden Ärzten, Heilpraktikern und Hebammen, die sich oft wochenlang im betroffenen Land aufhalten, um zu behandeln und auszubilden, denn: Dutzende von Menschen sind vor Ort in den verschiedenen notleidenden Ländern bereits professionell ausgebildet worden, so wurde nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.

Das erste Projekt, das 30 engagierte Homöopatinnen und Homöopathen 1996 gestartet hatten, um den Kriegsopfern in Bosnien unentgeltlich zu helfen, führte zur Gründung des Vereins:

Nachdem die kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Gebiet des Balkans ein Ende hatten, entstand die Idee, die Opfer des Krieges bei der Bewältigung ihrer grausamen Erlebnisse zu unterstützen. Das kurzfristige Ziel war zunächst die unentgeltliche homöopathische Behandlung von Kriegsopfern vor Ort, mittelfristig war an Hilfe zur Selbsthilfe gedacht: Ärzte, medizinisches Personal und Laien sollte eine Ausbildung in klassischer Homöopathie angeboten werden. [Quelle: www.hom-og.de]

Von 1996 bis 2000 wurde auf diese Weise eine Praxis in Mostar betrieben, indem sich die 30 Homöopathen abwechselten und jeweils für mehrere Wochen vor Ort kostenfreie Behandlungen durchführten – insgesamt kam dies 1.200 Menschen in Mostar zugute. Darüber hinaus wurden in einem 2-jährigen Ausbildungskurs vor Ort 15 Menschen in Klassischer Homöopathie ausgebildet, so dass die Praxis seit 2000 eigenständig von zwei Schülern der Homöopathen ohne Grenzen fortgeführt wird.

1999 erhielt das Projekt sogar einen Preis der Robert Bosch Stiftung. Und 2003 ist ein sehr lesenswertes Buch darüber erschienen: Elisabeth von Wesel u.a. (Hg.): Das Mostar-Projekt. Die Homöopathie zwischen Krieg und Frieden. Peter Irl Fachverlag Homöopathie, München 2003. ISBN: 3-933666-03-1

Seitdem sind zahlreiche Projekte gefolgt: Hilfe für die Tsunami-Opfer in Sri Lanka, die Ausbildung von Hebammen in Kenia usw.

Eine internationale Konferenz in Hamburg hat im Juni 2008 Beteiligte aus allen Projektländern an einen Tisch gebracht, um sich über die Erfahrungen aus über 10 Jahren Projektarbeit auszutauschen. Die 2007 neu gegründete interantionale Dachorganisation – Homeopaths World Wide – präsentierte sich auf diese Weise zum ersten Mal und sorgte für eine optimierte Vernetzung. (Ich war beim Kongress als Zuhörerin dabei und war zutiefst beeindruckt von der Kompetenz und dem Engagement der Menschen…).

So, zurück zu Wikipedia – Fragen über Fragen:

* Welche Relevanzkriterien habe ich nicht erfüllt?
* Warum wird sich an der Zahl „190 Mitglieder“ festgehalten (Löschargument), ohne die internationale Vernetzung zu berücksichtigen?
* Warum wird ein Artikel innerhalb von 10 Minuten gelöscht, ohne dass geprüft wird, was er denn mit dem vormaligen Versuch aus dem Februar (wie gesagt, den kannte ich gar nicht) überhaupt gemein hat? Wieso wird so rabiat mit so genannten „Wiedergängerbn“ umgegangen?

Ich werde da mal dranbleiben…und Euch auf dem Laufenden halten! Tipps, handfeste Unterstützung und aufmunternde Worte sind willkommen!

Gute Nacht!

P.S.: …und morgen frag ich Jean-Pol, was zu tun ist – der ist ja nun wirklich wikipediakompetent!

8 Gedanken zu “Hilfsorganisation Homöopathen ohne Grenzen e. V. auf Wikipedia unerwünscht…

  1. northbohemian schreibt:

    So sehr ich Wikipedia liebe und alltäglich nutze: gerade das Beispiel, wie das Thema Homöopathie dort abgehandelt wird, lässt mich dann doch an der Möglichkeit zweifeln, sensible Themen in dieser Form (d.h. Wikipedia) darzustellen. Wo man sich wünschen würde, dass verschiedene Meinungen – gern auch kritisch – nebeneinander dargestellt werden, wird stattdessen dogmatische Propaganda durchgepeitscht, die mit dem Totschlagargument „Wissenschaftlichkeit“ für die nächsten 1.000 Jahre Unfehlbarkeit verspricht.

  2. Ohne den Artikel gelesen zu haben, ist es schwierig zu sagen, was du falsch gemacht hast. Vielleicht zu viel Point Of View? Da reagiert die Wikipedia-Löschpolizei sofort.

    Gibt es einen internationalen Dachverband? Dann könntest du erstmal in der englischen WP einen Artikel über diesen verfassen und auf die nationalen Vereine verweisen.

    Wichtig ist es, sehr sachlich zu schreiben. Bei überprüfbaren Fakten zu bleiben und Links zu Publikationen über den Verein in den Artikel einzubauen. Gerade bei Heilmethoden wird oft zu werblich, zu begeistert geschrieben…

    Nur weil es moralisch wichtig ist, Gutes zu tun, generiert dies keine Wichtigkeit im Wikipedia-Sinne. Hier zählt Bekanntheit, Anzahl der Mitglieder, Einsätze und Rezeption der Öffentlichkeit.

    Ich hab schon viele Löschdiskussionen mitbekommen…vor allem im Musikbereich.

    Hier mal ein Beitrag meines Liebsten und Co-Bloggers zum Thema:
    http://lieinthesound.wordpress.com/2008/09/13/wikipedia-und-die-musik-ein-vandalenakt/

    DifferentStars

  3. @lieinthesound :

    Hallo DifferentStars,

    vielen Dank für Deine aufmunternden Worte und vor allem für den Link zu dem sehr humorvollen Blogpost über die Meinungsbildung auf Wikipedia…

    Ich hielt meinen Artikel natürlich für total neutral.😉 Dummerweise hab ich ihn direkt online geschrieben und nicht auf meinem Laptop abgesoeichert, so dass ich ihn rekonstruieren muss (und dass ist mit Frust im Bauch echt schwer…). Sobald ich das getan habe, stelle ich ihn im Blog ein und werde ihn hier diskutieren und weiterentwickeln, okay?

    Deine Anregung ist gut: Es gibt einen internationalen Dachverband, den „knöpfe ich mir jetzt vor“ – und gehe obendrein den Weg, den Jeal-Pol vorgeschlagen hat: einen Absatz im Hömöopathie-Artikel unterbringen, das ist ja auch schon einmal ein Anfang…

    Ich bleibe dran!

    Es grüßt die Göre

  4. Erntehelferin schreibt:

    Ich vermute die Löschung hat weniger mit dem Inhalt des Artikels als mit dem Thema selbst zu tun. Ich beobachte gerade, wie im Web massiv Stimmung gegen die „Homöopathen ohne Grenzen“ gemacht wird. Der Verein ist zusammen mit 19 weiteren Organisationen für den Deutschen Engagementpreis nominiert: http://www.geben-gibt.de/online_voting.html
    Per Online-Abstimmung soll die Bevölkerung entscheiden, welches Engagement bzw. welches persönliche Vorbild sie für besonders auszeichnungswürdig hält. Aber so läuft das leider nicht. Denn vor 2 Tagen begann eine Kampagne gegen die Homöopathen. Die Online-Abstimmung wird manipuliert. Auf Betreiben der deutschen Science-Blogger wurde in den USA dieser Blog-Eintrag veröffentlicht:
    http://scienceblogs.com/pharyngula/2009/10/gaaaah_homeopaths_on_a_poll.php

    In kürzester Zeit haben daraufhin die zuvor zweitplatzierten SOZIALHELDEN über 2000 Stimmen gewonnen.

    Inzwischen geht es nicht mehr darum, wer die beste Organisation ist, sondern nur noch darum, einen möglichen Sieg von HOG zu verhindern.

    Wahrscheinlich sind auch bei Wikipedia die Homöopathie-Gegener und Neuen Atheisten in der Überzahl.

    Im Netz gilt zunehmend das Gesetz des Stärkeren und des Mobs. Schade.

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