Ethische Kommunikation – mein persönlicher Kodex


Angeregt durch den Beitrag von Prof. Michael Kastner (TU Dortmund) über Ethische Kommunikation [verlinkt mit Download-PDF des kompletten Textes] im Buch „Positive Psychologie – Anleitung zum „besseren Leben“ möchte ich hier aus seinen 20 Grundsätzen für ein ethisches Kommunikationsverhalten meinen persönlichen Kodex für eine Kommunikationsethik zusammenstellen.

Warum ist mir ethische Kommunikation so wichtig? Ethische – von Kastner und mir verstanden als wertschätzende, achtsame und gewaltfreie – Kommunikation ist für mich der einzige Schlüssel zur lösungsorientierten und nachhaltigen Verständigung untereinander. Und dies ist mir in all meinen Lebensbezügen wichtig – beruflich wie privat. Letztlich brauchen wir in dieser komplexen, globalen Welt mit den wachsenden Möglichkeiten, auf allen möglichen Wegen miteinander zu kommunizieren, dringend eine ethische Grundhaltung zur Kommunikation. Als PR-Beraterin, Personalentwicklerin und Coach bin ich hier beruflich stark gefordert.

Mein Job ist zu nahezu 100% Kommunikation.
Also, was ist mein Kommunikations-Credo?

7 Grundsätze für eine ethische Kommunikation*

1. Als Sender bist Du für den Empfang mitverantwortlich!
Also nicht einfach was sagen und davon ausgehen, dass es schon richtig ankommen und dann auch zu den erwünschten Folgen führen wird! Als Teamleiterin, Personalentwicklerin und Coach wäre dieses Verhalten nicht nur unethisch, sondern auch fatal…

2. Sorge dafür, dass Kommunikation umkehrbar ist!
Was ich mir herausnehme, muss mein Gegenüber auch können und dürfen. Gemeint ist hier auch das so schön sinnbildliche „auf Augenhöhe miteinander sprechen“…

3. Erkenne die Grenzen Deiner Wahrnehmung und bemühe Dich unablässig darum, den anderen zu verstehen!
Die eine Wahrheit gibt es nicht. Es lohnt sich immer zu hinterfragen, ob man sich wirklich sicher ist, verstanden zu haben, was das Gegenüber meint. Stolperfallen sind zum Beispiel abstrakte Begriffe wie „Glück“ oder „Opfer“…

4. Verkneife Dir Manipulationen, unterbrich Spiralen und mache Dein Verhalten vorhersagbar!
Macht mit sprachlichen Mitteln auszuübern ist teilweise so einfach: verwirren, verkomplizieren, ablenken, ausweichen, provozieren und beleidigen, letztlich gar mundtot machen – wer es nötig hat, sich sprachlich Vorteile zu verschaffen, ist doch eigentlich eine arme Wurst… Dem halte ich entgegen: Sei so authentisch, wie es Dir möglich ist: Lege Deine Motive offen und wage größtmögliche Transparenz.

5. Wähle mit Bedacht die richtige Sprache und der richtige Kommunikationskanal zum richtigen Anlass/Zeitpunkt!
Gerade im Social Media Zeitalter ist es wichtig zu überlegen, was wann und in welchem Rahmen angebracht ist: Face to face ist zum Beispiel zur Deeskalation bei Konflickten immer noch am besten, und auch in der E-Mailkorrespondenz mit Kunden gilt der Business-Knigge…

6. Schaffe eine Vertrauensfehlerlernkultur!
Nur wer sich sicher fühlt, nicht für den kleinsten Fehler bestraft zu werden, kann sich ausprobieren, traut sich auch mal was – wird leistungsfähiger und offener in der Kommunikation.

7. Bedenke, dass auch „Nichtkommunizieren“ unethisch sein kann!
Nicht immer ist Reden Silber und Schweigen Gold. Nicht zu reagieren, jemanden mit seinem kommunikativen Anliegen zu ignorieren, kann sehr verletzend sein. Dialogbereitschaft ist eine Grundvoraussetzung in der professionellen Kommunikation wie auch in jeder echten Partbnerschaft (beruflich wie privat).

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
* Abgeleitet aus den 20 Grundsätzen zur ethischen Kommunikation von Michael Kastner im oben benannten Buchbeitrag.

4 Gedanken zu “Ethische Kommunikation – mein persönlicher Kodex

  1. ein toller bericht .. stolperte hier rein .. mein mann und ich sprachen über die ,,Schweigepest;
    das nicht kommunizieren zur waffe wird.. danke

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s