Beziehungslose


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Liebe findet statt.


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„Im Grunde reden wir immer über die Liebe, wenn wir es so sehr vermeiden. Jeder gesenkte Blick, jedes gerollte Auge als Schutz vor der Möglichkeit einer Kernschmelze.“ (Quelle)

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Es stimmt nicht, was hier und dort behauptet wird, dass im Netz nicht von Liebe gesprochen wird, dass niemand seine/ihre Liebe erklärt, dass wir nicht ZeugInnen von großartigen Liebeserklärungen oder tiefstem Herzschmerz würden.

Liebe findet statt. Auch hier im (Sozialen) Netz. Und es gibt Menschen, die darüber auf intensive Weise sprechen bzw. schreiben – liebende Menschen, dessen bin ich mir nach einer jeden Lektüre sicher. Ich erinnere mich beispielsweise an den klugen Artikel von Antje Schrupp zur Frage, ob wir Liebe nicht auch ein bisschen überstrapazieren, oder an einen Beitrag von Jean-Pol Martin, der Liebe als Fixierung auf eine Quelle der Bedürfnisbefriedigung anerkennt. Unübertroffen sind natürlich auch die Diskussionen, die Christian Spannagel und beschwerte, als er seine desillusionierende Sicht über Verliebtheit und Beziehungen verbloggte – und ich bin mir sicher, dass er liebt. Auf seine Weise.

Wahrhafte Liebeserklärungen habe ich auf Twitter schon des öfteren miterlebt – manchmal nachts, wenn die Timeline schneller mal persönlich wird. Jetzt bedauere ich es, nicht mehr davon als Favoriten abgespeichert zu haben…

Vielleicht sorgen wir gemeinsam für Abhilfe und sammeln ein paar Quellen der Liebesbekenntnisse: Welche verliebten Tweets, gebloggten Gefühle oder ge(pod)castete Liebesweiheiten gehören für Euch auf die Best-of-Liste?

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Hilft Unsterblichkeit beim Glücklichsein? dieGoerefragt #006


Aus dem Tagebuch einer Satiristin

Vergangene Woche hatte ich eine interessante Diskussion mit meiner Therapeutin. Ich beklagte mich mal wieder über mein unnützes Leben. Seit meiner frühesten Kindheit hoffe ich nun schon, etwas besonderes zu werden, wenn ich groß bin – sicherlich nur eine weitere neurotische Macke aus meinem leistungsorientierten Bildungsbürgerelternhaus, doch für mich ist es ein echtes Handicap: Es hindert mich daran, einfach glücklich und zufrieden zu sein, mit dem was ich tue bzw. eben nicht tue.

Meine Therapeutin bekommt jede Woche viel Geld dafür, damit ich eines Tages doch noch mit Inbrunst glücklich sein kann – zumindest ist das mein persönliches Therapie-Ziel. Ihr gegenüber würde ich das so vielleicht nicht zugeben, denn man weiß ja nie, nachhher findet sie mich damit nicht richtig therapie-würding. Zu meiner Ehrenrettung sei an dieser Stelle gesagt, dass ich keiner Krankenkasse damit auf der Tasche liege, dass ich glücklich werden will. Ich selbst zahle Woche für Woche den Preis für meine verschrobene Anspruchshaltung…

Glück und Wirksamkeit liegen ja nah beieinander. Davon bin ich überzeugt und das mochte auch meine Therapeutin letzte Woche mal wieder nicht abstreiten. Das Gefühl, auf die Umwelt eine gewünschte Wirkung zu haben und Spuren zu hinterlassen, macht Menschen ruhiger und versöhnt sie ein bisschen mit ihrer Endlichkeit. Macht Menschen. Macht… Nach einer Weile fragte mich meine Therapeutin, wie alt ich sei. Ich werde dieses Jahr 42 – und angesichts meiner Berufswahl werde ich in diesem Leben keinen Nobelpreis mehr gewinnen. Nun gibt es noch andere Wege in die weltweite Unvergesslichkeit, Harry Potter beispielsweise wurde auch erst jenseits der Vierzig erdacht. Doch wer, bitte schön, war noch gleich die Autorin? Jane Rowley…? Johanna Rowlings…? Sehen Sie, da haben wirs! Die Halbwertzeit als Autorin des seit einem Jahrzehnt weltweit bekanntesten Kinderbuchs ist bescheiden. Nehmen wir einmal an, es gehen pro Jahrhundert über den gesamten Globus verteilt nur zehn Menschen in die immerwährende Weltgeschichte ein, so wird für das vergangene Jahrhundert nur ein Deutscher darunter sein, da bin ich mir sicher: Adolf Hilter. Vielleicht wird er aufs Ganze gesehen sogar weltweit der einzige Mensch aus dem gesamten 20. Jahrundert sein, der auch noch in zweitausend Jahren ein Begriff ist. Dafür gäbe es eine ganz simple Erklärung: Er hat sich in die jüdische Geschichte eingebrannt, und Religionsgeschichte wird bekanntlich am hartnäckigsten tradiert. Ob Adlof Hitler glücklich war…? Ich ahne, dass diese Frage irgendwie verboten ist – und ich habe übrigens nicht vor, es mit diesem Mann aufzunehmen, in keinerlei Hinsicht. (Ich bin mir nichtmal sicher, ob es moralisch gesehen ok ist, ihn hier namentlich im Rahmen einer Satire zu nennen – naja, ich bin ja auch keine Titanic-Leserin…)

In die Geschichtsbücher zu kommen, kann ich mir also abschminken, Hitler hin oder her. Soweit war ich selbst schon nach zehn Minuten Therapiesitzung. Doch dieser Gedanke zieht gleich den nächsten nach sich: Mit Mittelmaß will ich mich gar nicht aufhalten, also nur so ein klitzekleines „Ding in the Universe zu putten“ (frei nach Steve Jobs, der in tausend Jahren mit Sicherheit vergessen sein wird), ist nicht meine Sache. Ich beschließe also zum x-ten Mal umzufokussieren: Versuche ich mich doch einfach mal in Sinnlosigkeit! Meine Therapeutin kennt diesen Wendepunkt bereits. Schließlich sehne ich mich ganz still und heimlich – so als ehrgeizige Tochter leistungsorientierter Bildungsbürger-Eltern – nach gepflegter Wirkungslosigkeit. Nur für den Moment leben. Zum Beispiel einfach nur mit den Kindern meiner Schwester zur Kletterwand… Meine Therapeutin schmunzelte, sie ist nicht dazu da, es mir leicht zu machen: Halt, die Gören würden sich an mich erinnern! Positiv! Und womöglich von mir dabei was fürs Leben lernen (Mut, Vertrauen usw.)!

Ach herrje. Gar nicht so einfach, ein Leben ohne Effekt. Aufs Ganze gesehen, werden wir übrigens alle vergessen sein, Harry Potter, Joanne K. Rowling, Steve Jobs und ich – und auch der, dessen name nicht genannt werden darf. Meine Therapeutin landete an dieser Stelle ihren entscheidenden Coup: Es kommt eh nur auf die Erinnerungen der Menschen an, die persönlich einen gekannt haben. Und die – darüber gibt es garantiert Studien – erinnern sich sowieso nicht an die Heldentaten wie die verfassten Bestseller oder die Erfindung des iPads, sondern an die gemeinsam erlebte Zeit. Die Kletterwand zum Beispiel. Ein bisschen mehr Kletterwand und ein bisschen weniger Geschichtsbuch-Schielerei. Die 50 Minuten waren um. Ich zahlte wie immer in bar und ging motiviert nach Hause. Motiviert wofür eigentlich?

Sind Sie eher bei einem Menschen oder an einem Ort zu Hause? diegoerefragt #004


Wissen Sie, wo Sie zu Hause sind? (Sie Glückliche/r… Ich halte es da lieber mit der Textzeile aus einem Roman von Marlen Haushofer: „Aber ich weiß, daß ich lieber hier nicht zu Hause bin als anderswo.“) Kennen Sie denn auch die Formel, die Ihrem Zu-Hause-Gefühl zugrunde liegt? Kennen Sie die Variablen? Und sind Sie eine davon? Können Sie das Ergebnis beeinflussen und auf Jahre vorhersagen?

Für zwei Freundinnen von mir sah die Rechnung zunächst nicht günstig aus…

Imke wohnte in einer schönen Wohnung, dass sie gemeinsam mit ihrem Freund angemietet und mit viel Liebe hergerichtet hatte. Sie fühlte sich hier sehr zu Hause… Als ihr Freund sie eines Tages verließ, war die Wohnung für sie ein trauriger Ort. Für einen Neuanfang zog sie aus. Sie hatte drei was verloren: Mann, Wohnung und Zuhause.

Anna wohnte in einem schönen Haus, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann gebaut hatte. Sie fühlte sich hier sehr zu Hause. Als sie sich nach und nach eingestand, ihren Mann nicht mehr zu lieben, zog sie eines Tages aus. Die neue Wohnung war und blieb jedoch ein fremder Ort für sie, zu groß war die Sehnsucht nach dem Haus. Auch der neue Freund kann es nicht richten, sie hat ihr Zuhause verloren.

Jetzt multiplizieren wir beide Formeln mit dem Faktor Zeit – sagen wir mal, zwei Jahre:
Imke hat eine neue Wohnung und eine neue Liebe. Hat sie wieder ein Zuhause?
Anna ist ins Haus zurückgekehrt und hat sich mit ihrem Mann arrangiert, so gut es geht. Ist sie wieder zu Hause?

Welche Frage in diesem Artikel ist falsch gestellt?

Bärbel Schäfer hat mein Buch geschrieben – eine Spontan-Rezension


Das Konzept steht, der erste Interviewtermin ist vereinbart, da trifft mich vor so ungefähr zwei Wochen vorm Fernseher der Schlag: Bärbel Schäfer sitzt in einer Talkshow und promotet ihr neues Buch: Das Glückgeheimnis. Paare erzählen vom Gelingen ihrer Liebe. Sie hat MEIN Buch geschrieben! Was nun?

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